In den letzten zwei Jahrzehnten wurden die Auswirkungen von EMF-Strahlung auf lebende Organismen im Rahmen hunderter wissenschaftlicher Studien in drei wesentlichen Bereichen untersucht:

  • Fruchtbarkeit
  • Testosteronproduktion
  • Zellgesundheit

Einen ausführlichen Einblick in die aktuelle Forschungslage gibt das von der Uniklinik RWTH Aachen mitbegründete EMF-Portal unter https://emf-portal.org.

Im Folgenden werden ausgewählte Ergebnisse für jeden Bereich vorgestellt.

1. Fruchtbarkeit
EMF-Strahlung kann sich negativ auf die Spermienqualität auswirken. Die Stärke des Effekts ist abhängig von der täglichen Strahlenbelastung:

 

Keine Strahlenbelastung durch Mobilgerät Leichte Strahlenbelastung (1 Stunde/Tag) Intensive Strahlenbelastung (4 Stunden/Tag)
Anzahl Spermien (*106/ml) 85,89 -20% -41%

Beweglichkeit (%)

67,80 -5% -34%

Lebensfähigkeit (%)

71,77 -5% -34%

Morphologie    (in % normal)

40,32 -23%

-54%

Quelle: Argawal et al. (2008)

 

2. Testosteronproduktion

Bei Männern werden mehr als 95% des Testosterons in den Hoden produziert. Es hat sich gezeigt, dass bereits eine tägliche, 60-minütige Strahlenbelastung durch Mobiltelefone den Testosteronspiegel um mehr als 50% senken kann.

Quelle: Meo et al. (2010)

Ein Rückgang des Testosteronspiegels wirkt sich negativ auf folgende Parameter aus:

  • Libido
  • Muskelmasse und Kraft
  • Fettverteilung
  • Knochenmasse
  • Produktion von Spermien
  • Produktion von roten Blutkörperchen

Quelle: National Institutes of Health (NIH) - U.S. Department of Health & Human Services

 

3. Zellgesundheit
"Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat die Funkstrahlung aufgrund der Studienlage als möglicherweise krebserregend für den Menschen (Gruppe 2B) eingestuft.

Diese Einstufung ist nach wie vor aktuell und gilt für alle Funkfrequenzen, einschließlich der für 5G vorgesehenen Frequenzen bis 300 GHz (Anmerkung: 5G liegt innerhalb dieses beschriebenen Bereichs: 0,7-0,8 GHz, 3,4-3,8 GHz und in Zukunft 26 GHz und höher). Nachfolgende Untersuchungen haben diese Bewertung erhärtet."

Quelle: Stellungnahme der Österreichischen Ärztekammer für Wien zu 5G, 14.02.2020